Bericht vom Regionaltreffen in Hamburg am 26.04.2013

Zum ersten Hamburger Regionaltreffen seit über einem Jahr erschienen erfreulicherweise 15 Teilnehmer: 13 Vereinsmitglieder und zwei Gäste. Kerim Zorlak begrüßte die Anwesenden, stellte Susanne London-Tinner als neue Regionalsprecherin vor und vermittelte einen kurzen Ausblick auf die Planung künftiger Treffen in Hamburg. Anschließend stellten sich alle Anwesenden selbst vor.

Es folgte ein Referat von Fachera Ebrahimzada, Doktorandin im Universitären Herzzentrum Hamburg. Sie sprach über das Thema „Pulswellenmessung", das auch Gegenstand ihrer Doktorarbeit ist:

Die Pulswellenanalyse dient der Erkennung von Veränderungen im Gefäßsystem, insbesondere im Hinblick auf eine zunehmende Gefäßwandsteifigkeit. Die Geschwindigkeit der durch die Kontraktion des Herzens erzeugten Druckwelle im arteriellen System ist in den einzelnen Gefäßabschnitten unterschiedlich groß - zum einen, weil der Gefäßradius zur Peripherie hin abnimmt und die Gefäße dort eher steifer werden und zum anderen, weil es aus der Peripherie unterschiedlich hohe Reflexionen der Pulswelle gibt. Aus den ermittelten Daten lassen sich Veränderungen der Arterienwand erkennen und graphisch in Form von Druckkurven darstellen. Mit zunehmender Gefäßsteifigkeit nimmt die Geschwindigkeit der Pulswelle zu, was zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt. Die Erhöhung des arteriellen Blutdrucks durch die reflektierte Pulswelle wird als Augmentation bzw. Augmentations-druck und dessen Anteil am Pulsdruck als Augmentationsindex bezeichnet. Der zentrale Pulsdruck, der Auswurfdruck und der Augmentationsindex stellen dabei Parameter für die Steifigkeit der Gefäße dar, die im Alter zunimmt und bei Marfanpatienten ohnehin erhöht ist. Je starrer die Gefäßwand ist, umso mehr muss das Herz arbeiten, was zur Vergrößerung des linken Ventrikels führen kann. Als indirekter Prognosemarker kann der Augmenta-tionsindex einen Hinweis auf eine Ventrikelvergrößerung geben. Die Ergebnisse der Pulswellenanalyse liefern somit wichtige Anhaltspunkte für die Beurteilung des individuellen Risikos von Patienten mit Aorten- und Bindegewebserkrankungen.

Nach Beendigung ihres Referats stand Frau Ebrahimzada den Zuhörern für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Anschließend berichteten die beiden Regionalsprecher ausführlich vom Marfantag in Homburg, da außer ihnen lediglich ein weiterer Besucher des Regionaltreffens an dieser Veranstaltung teilgenommen hatte.

Das Treffen endete mit einer lebhaften Diskussion über Themenvorschläge und technische Modalitäten zukünftiger Treffen. Man einigte sich auf Mittwoch, 28.08.2013 als voraussichtlichen Termin für das nächste Regionaltreffen in Hamburg.

/SLT