Zum internationalen Hotspot der Wissenschaft wurde Malente Anfang Juni 2013. Mediziner aus Gent, Oslo und Hamburg konferierten in der Mühlenbergklinik über das seltene und lebensbedrohende Marfan-Syndrom. Die Diagnostik anhand der Gent-Nosologie, einer systematischen Beschreibung der Krankheit, war eines der Hauptthemen der Konferenz. Beschrieben werden darin Erweiterungen

der Hauptschlagader, Herzklappenschäden, Wirbelsäulenerkrankungen und Sehprobleme wie Netzhautablösung oder Grauer Star. All diese Symptome kennen viele Menschen, beim Marfan-Syndrom treten sie allerdings gemeinsam und oft schon im jungen Erwachsenenalter auf. Sie sollten möglichst früh erkannt werden, um eine optimale Behandlung zu ermöglichen. Mediziner der Gent-Gruppe waren maßgeblich an der Aufstellung der Diagnosekriterien beteiligt und haben so die Grundlagen der Behandlung verbessert.
Der Rehabilitation von Menschen mit Marfan-Syndrom widmete sich ein Vortrag von Professor Hoberg und Dr. Schroeder. Die leitenden Kardiologen der Mühlenbergklinik haben gemeinsam mit einem Kardiologenteam des Universitären Herzzentrums Hamburg ein Konzept entwickelt, das den oftmals jungen Herzpatienten eine angemessene Rehabilitation ermöglichen soll. Das Sunaas Reha-Zentrum nahe Oslo war Vorbild für dieses Projekt. Eine Pilotphase in der Mühlenberg-Klinik ist bereits in Planung.

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