Gerade bei jungen Patientinnen, die Marcumar® einnehmen, empfehlen wir eine sichere Empfängnisverhütung sowie eine Ovulationshemmung (Unterbindung des Eisprungs). Zum einen ist Marcumar® fruchtschädigend, zum anderen beobachten wir immer wieder bei Patientinnen, die Marcumar® einnehmen, bei dem Eisprung stärkere Blutungen in die Bauchhöhle vom Eierstock ausgehend, die einen operativen Eingriff notwendig machen können. Auf der anderen Seite weiß man, dass die klassischen Pillen zu einer Veränderung der Blutgerinnung führen, mit einem um den Faktor 2-3 gesteigerten Risiko für die Entwicklung von Thrombosen. Diese Risikosteigerung wird durch einen Effekt der eingenommenen Hormone in der Pille auf die Produktion von Gerinnungsfaktoren in der Leber der betroffenen Frau erklärt. Hier steht im Vordergrund das künstliche Östrogen, welches typischerweise in Pillen enthalten ist.

Die in Ihrer Anfrage erwähnten Präparate (Cerazette oder Hormonspirale Mirena) enthalten lediglich ein Gelbkörperhormon ohne künstliche Östrogene. Daher sehe ich keine Kontraindikation für die Einnahme des einen wie des anderen Präparates. Der Vorteil der Cerazette ist, dass gleichzeitig eine sichere Ovulationshemmung gewährleistet ist. Nachteil ist, dass ein Teil der Patientinnen (10 - 15%) lästige Schmierblutungen hat. Derartige Blutungen sind unter der Mirena seltener, dafür hat die Mirena aber keine ovulationshemmende Wirkung. Grundsätzlich sind beide Präparate in der beschriebenen Konstellation einsetzbar. Letztendlich wird man unter Abwägung der Gesamtsituation entscheiden müssen, für welches Präparat man sich primär entscheidet.

/ Prof. U. Karck, Städtische Frauenklinik des Klinikums Stuttgart