Auf dem Kongress der American Heart Association (AHA) in Chicago wurde am 18.11.2014 bekannt gegeben, dass die Ergebnisse der Losartan-Studie nun vorliegen. Zwischen 2007 und 2011 nahmen 608  Patienten aus 21 Kliniken in Belgien, Kanada und den USA an der Studie teil. Die Patienten waren zwischen 6 Monaten und 25 Jahren alt. Die Wirksamkeit des Beta-Blockers Atenolol hinsichtlich des Auftretens, bzw. der Entwicklung von Aortenaneurysmen (Erweiterungen der Hauptschlagader) wurde mit der von Losartan verglichen. Die beiden Medikamente haben eine unterschiedliche Wirkungsweise. Während Atenolol die Blutgefäße entspannt, die Herzfrequenz verlangsamt und den Blutdruck senkt, blockiert Losartan Substanzen, die auf die Kontraktionsfähigkeit von glatten Muskelzellen wirken und erreicht auf diese Weise einen ruhigeren Blutfluss.

Die zeitgleich im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Studie besagt, dass Losartan bei Menschen mit Marfan-Syndrom einen ebenso großen Effekt auf den Schutz der Aorta hat wie der Betablocker Atenolol. Weiterhin eröffnet die Studie neue Fragestellungen, beispielsweise über den Zeitpunkt des Beginns einer medikamentösen Therapie bei Kindern.

Der Original-Artikel kann hier heruntergeladen werden: http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1404731

 Das Deutsche Ärzteblatt kommentiert die Studie ebenfalls: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60938/Marfan-Syndrom-Losartan-kann-in-Studie-nicht-ueberzeugen